Meldebestand und Mindestbestand richtig setzen: nie wieder leere Regale
Faustformel, Praxistipps und automatische Bestellvorschläge: So setzen Sie Melde- und Mindestbestand je Artikel richtig – ohne Überbestände.
- Bahram Davoodi

„Warum ist das schon wieder aus?“ – Fehlbestände kosten Umsatz, Überbestände binden Kapital. Zwischen beidem liegen zwei unscheinbare Zahlen: der Mindestbestand und der Meldebestand. Wer sie je Artikel bewusst setzt, bestellt entspannter und verkauft zuverlässiger.
Dieser Beitrag erklärt die beiden Begriffe, zeigt eine einfache Faustformel und wie Sie die Werte in der Warenwirtschaft praktisch pflegen.
Mindestbestand und Meldebestand: der Unterschied
- Der Mindestbestand (Sicherheitsbestand) ist die eiserne Reserve: die Menge, die Schwankungen und Lieferverzögerungen abfedert und möglichst nicht angegriffen wird.
- Der Meldebestand ist der Auslöser: Erreicht der Lagerstand diese Schwelle, wird nachbestellt – rechtzeitig, bevor der Mindestbestand erreicht ist.
Eine einfache Faustformel
Für viele Betriebe reicht als Startpunkt: Meldebestand = durchschnittlicher Verbrauch pro Tag × Wiederbeschaffungszeit in Tagen + Mindestbestand.
Ein Beispiel: Verkaufen Sie von einem Artikel im Schnitt 6 Stück pro Tag und braucht der Lieferant 5 Tage, ergibt das 30 Stück – plus ein Mindestbestand von etwa 10 Stück führt zu einem Meldebestand von 40. Die Werte sind Startpunkte, keine Dogmen: Beobachten und nachjustieren gehört dazu.
Praktisch pflegen statt schätzen
- Mit den Topsellern beginnen: Die 20 wichtigsten Artikel bringen den größten Effekt.
- Verkaufsberichte nutzen: Der tatsächliche Abverkauf je Artikel ersetzt das Bauchgefühl.
- Saison berücksichtigen: Sommer- und Winterartikel brauchen unterschiedliche Werte.
- Wiederbeschaffungszeiten realistisch ansetzen – inklusive Wochenenden und Feiertagen.
- Automatische Benachrichtigungen aktivieren, sobald der Meldebestand erreicht ist.
Wie die Warenwirtschaft dabei hilft
Ein verbundenes System zählt bei jedem Verkauf automatisch mit – an der Kasse wie im Online-Shop. Erreicht ein Artikel den Meldebestand, entsteht daraus direkt ein Bestellvorschlag für den Lieferanten. So wird aus der Inventurliste ein laufender Kreislauf: verkaufen, melden, bestellen, Ware annehmen – ohne Excel-Zwischenschritte.
Fazit
Meldebestand und Mindestbestand sind keine Theorie, sondern das günstigste Frühwarnsystem gegen leere Regale. Mit realistischen Werten und automatischen Bestellvorschlägen bleibt Ihr Sortiment lieferfähig, ohne das Lager vollzustellen. Gern zeigen wir Ihnen in einem kostenlosen Erstgespräch, wie Sie beides in Lonio einrichten.





